Hoffnungslieder – Nichts muss bleiben wie es ist

verfasst von    veröffentlicht am

 

Am letzten Schultag vor den ersehnten Weihnachtsferien feierten wir als große Schulgemeinschaft unseren Weihnachtsgottesdienst unter dem Motto „Hoffnungslieder – Nichts muss bleiben wie es ist“.

Bekannte und auch manche liebgewonnene Weihnachtslieder wurden unter die kritische Lupe genommen: Was wird da eigentlich ausgesagt? Passt das so in unsere Zeit?

Dann wieder gab aus vertrauten Texten ein Medley, das durch die Verfremdung im Rhythmus sehr überraschte und hellhörig machte.

Kontrastreich dazu war das Lied Marias, das Magnifikat (Lk 1,46-55), das davon spricht, das nichts so bleiben muss, wie es ist, dass bei Gott Kleines ganz groß werden kann – und umgekehrt. Dort heißt es in Lk 1, 51-53: „Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden erfüllt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.“ Sätze, die direkt sozial-politischen Sprengstoff bieten und gar nicht romantisch-kitschig sind, wie manch einer Weihnachten vielleicht versteht.

Mit viel Gesang (auch zum Zuhören) stimmte dieser Gottesdient uns darauf ein, die Botschaft von Weihnachten noch einmal ganz anders zu hören.

Fortsetzung folgt… in den Andachten der Fastenzeit (freitags in der Pause) und zum Thema Musik beim Schuljahresschlussgottesdienst.

Anette Gerhard

 

Als „kleine Kostprobe“ zur Melodie „Stille Nacht“ (Text von Guntram Pauli):

Stille Nacht, heilige Nacht!

Alles schläft, keiner wacht.

Die Menschheit dämmert im Tiefschlaf ganz sacht.

auf die einsamen Rufer gibt niemand mehr acht.

Schlaft in himmlischer Ruh,

Schlaft nur in himmlischer Ruh!

 

Stille Nacht, eisige Nacht!

Hilflos im Sturm, er tobt mit Macht,

doch drinnen wird noch getanzt und gelacht,

die Krippe zur bloßen Kulisse gemacht.

Beim Feiern ist Elend tabu,

schlaft nur in himmlischer Ruh!

 

Stille Nacht, einsame Nacht!

Im fremden Land verfolgt und verlacht,

vom Bruder zum Gegner, zum Feind gemacht.

Wer hat dieses Feuer des Hasses entfacht?

Und wir sehen tatenlos zu,

schlaft nur in himmlischer Ruh!

(…)

Stille Nacht, heilige Nacht!

Der Morgen kommt, ein Tag erwacht.

Das Kind in der Krippe, es regt sich und lacht,

ein Funke, der wieder die Hoffnung entfacht:

Auf ein Leben ohne Tränen und Wut,

auf ein Leben aus Liebe und Mut!