65 Schüler bei er letzten Opernfahrt zu „Don Carlos“

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Zum ersten Mal in diesem Schuljahr starteten 80 Schüler und Eltern mit zwei Lehrern zur Opernfahrt nach Nürnberg. Auch im 9. Jahr erfreuen sich diese Fahrten großer Beliebtheit. Dieses Mal waren etliche Schüler der fünften Klassen mit von der Partie. Don Carlos wurde gegeben, eine der großen romantischen Opern von Giuseppe Verdi. Italienisch, würde man meinen, aber an diesem Abend war vieles anders als gewohnt. Als der Operndramaturg auf die Bühne trat, war klar, irgendetwas stimmte nicht. Ein Notenständer an der Seite ließ ebenfalls schon Unerwartetes vermuten. Der Sänger der Hauptpartie des Don Carlos war erkrankt und hatte das der Oper Nürnberg am Vormittag erst mitgeteilt. Man kann sich vorstellen, was das für ein solches Haus bedeutet: Innerhalb von wenigen Stunden einen adäquaten Ersatz finden, der sich auch noch auf die Inszenierung einlassen kann. Heraus kam ein interessanter Versuch. Es fand sich der junge armenische Tenor Hovhannes Ayvazyan, der die Partie im Dezember in Frankfurt an der Oper singen wird, allerdings auf Italienisch. In Nürnberg aber singt man die französische Fassung. Zudem reiste der Sänger erst eine Stunde vor der Vorstellung in Nürnberg mit dem Flugzeug an, keine Zeit also, sich in die Inszenierung von Nürnberg einzuarbeiten. Die Lösung war, dass er vom Notenpult an der Seite auf Italienisch gab und Staatsintendant Jens-Daniel Herzog in der letzten Vorstellung von Giuseppe Verdis Oper „Don Carlos“ in seiner eigenen Inszenierung gewissermaßen Playback sang. Er bewegte seine Lippen zur Musik und spielte den Carlos auf der Bühne. Duette wurden somit zweisprachig dargeboten mit der Ausnahme von Marquis Post (Sangmin Lee), er wechselte spontan in den Duetten ins Italienische, damit es sich besser mit dem Gast mischte, eine fabelhafte Leistung! Und die Hauptdarstellerin, Elisabeth von Valois (Emily Newton) hatte auf einmal ihren Chef auf der Bühne im Arm.

Das war natürlich eine ungeheuer spannende Sache, die uns durch die zweisprachigen Übertitel sehr erleichtert wurde. Aber vielleicht half uns das auch, zusätzlich zur tollen Umsetzung auf der Bühne, das dreistündige Werk mühelos zu überstehen. Denn auch die Fünftklässler waren sich im Bus auf der Heimfahrt einig, dass es ein toller Abend war.

Am 7.2.2020 fahren wir wieder zu einer Verdi-Oper, zu Nabucco.

Der Gasttenor Hovhannes Ayvazyan beim Schlussapplaus

Die neue Generalmusikdirektoren Joana Gallwitz nimmt für das Orchester den Applaus entgegen.