Historische Tänze am AKG

Der Wahlkurs „Historische Tänze“ wird seit dem Schuljahr 2010/2011 angeboten und bietet den teilnehmenden Schülern (ja, es tanzen auch immer wieder Jungen mit!) und Schülerinnen die Möglichkeit, Tanzen einmal ganz anders zu erleben und zu erlernen. Der Schwerpunkt liegt auf Tänzen aus der englischen, französischen und italienischen Renaissance, wobei ganz nebenbei und völlig schmerzlos – sozusagen fächerübergreifend – auch einiges an historischem Wissen erworben wird, insbesondere über Sachkultur, Kostümkunde sowie Sitten und Verhaltensregeln innerhalb der jeweiligen Epochen und deren verschiedenen Gesellschaftsschichten. So ist es z.B. von Bedeutung, dass man eine französische Branle nicht so elegant und anmutig tanzen wird wie einen italienischen, höfischen Tanz wie den Ballo del Fiore, bei dem zunächst die Herren mit einer Rose um die Damen werben und dann umgekehrt. Auch das Wissen, wie man sich als Herr korrekt verbeugt und wie eine wohlanständige Dame ihre Reverenz zu machen hatte (mit geradem Oberkörper, niemals nach vorne geneigt, der Herr könnte ja einen unzüchtigen Blick ins Dekolleté erhaschen!), ist durchaus wichtig, damit man sich innerhalb der tänzerisch dargestellten Zeit nicht „daneben benimmt“.

Das Repertoire wird je nach Besetzung und Kursgröße immer wieder verändert und erweitert ebenso wie der dazugehörige Kostümfundus, der bei den regelmäßigen Auftritten zum Einsatz kommt. Wir treten nicht nur bei internen Schulveranstaltungen auf, sondern hatten in den letzten Jahren auch vermehrt Auftritte im Kreis Kitzingen wie z.B. für das Partnerschaftskomitee in Marktbreit oder zu diversen großen Stadtjubiläen wie z.B. in Iphofen, Prichsenstadt oder in der Kirchenburg Kleinlangheim, wo die Truppe samt Bewaffneten ein ganzes Wochenende lang ein spätmittelalterliches Lager unterhielt und nicht nur tanzte, sondern auch nach Originalrezepten kochte.

Der Kurs findet einstündig einmal pro Woche statt und neben dem eigentlichen, sehr konzentrierten Tanzen sind viel Freude und Gelächter garantiert – schon alleine deshalb, weil ganz oft vergessen wird, wer gerade den Männer- oder den Frauenpart tanzt, was zu ungewollten, neuen „Tanzfiguren“ führt.

Bettina Georgii-Steinruck