Chemietag der Klasse 10c

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Dass Chemie weit mehr ist als trockene Theorie, sondern eng mit unserem Alltag und insbesondere mit Lebensmitteln verbunden ist, hatten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c bereits in ihren Chemiestunden kennengelernt. Da im regulären Unterricht jedoch oft die Zeit fehlt, um Herstellungsprozesse ausführlich selbst auszuprobieren, war die Idee schnell geboren: Ein ganzer Tag sollte sich rund um die Chemie von Lebensmitteln drehen.

Den Auftakt machte die Herstellung von Hefeteig. In Gruppen wurde fleißig gemischt, geknetet und geformt, bis Brezeln und viele weitere kreative Gebäckstücke entstanden. Damit daraus echtes Laugengebäck werden konnte, mussten die Teiglinge – selbstverständlich mit Handschuhen und Schutzbrille ausgestattet – in frisch hergestellte Natronlauge getaucht werden. Anschließend wanderten sie in den Backofen. Das Ergebnis konnte sich sehen und schmecken lassen: goldbraune, perfekt gelungene Laugenbrezeln, die sich die Jugendlichen mit großem Appetit schmecken ließen. Warum man die fertigen Brezeln bedenkenlos essen kann, obwohl beim Eintauchen in die Natronlauge besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sind, wurde dabei natürlich ebenfalls geklärt: Beim Backen reagiert die Lauge mit Bestandteilen des Teigs und verliert ihre ätzende Wirkung. Gleichzeitig sorgt sie für die typische braune Kruste, den unverwechselbaren Geschmack und den charakteristischen Glanz von Laugengebäck.

Während der Hefeteig ruhte, wurden aus Fruchtsaft, Zucker und Gelatine – beziehungsweise mit Agar-Agar als veganer Alternative – im Handumdrehen Gummibärchen hergestellt. Ob rot oder gelb, süß oder etwas saurer: Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt, und jede Gruppe konnte ihre eigenen Lieblingsvarianten kreieren.

Den krönenden Abschluss des Tages bildete – passend zu den sommerlichen Temperaturen – selbst gemachtes Eis. Allerdings wurde die Eismasse nicht in einer gewöhnlichen Eismaschine zubereitet, sondern auf besonders spektakuläre Weise mit flüssigem Stickstoff. Mit seiner Temperatur von rund -196 °C kühlte dieser die Mischung innerhalb weniger Minuten herunter, sodass ein besonders cremiges Eis entstand. Der aufsteigende Nebel und das brodelnde Gemisch sorgten dabei für einen beeindruckenden Effekt, der an einen Hexenkessel erinnerte. So verband der Chemietag auf anschauliche und genussvolle Weise spannende chemische Experimente mit leckeren Ergebnissen – und zeigte eindrucksvoll, wie viel Chemie tatsächlich in unserem Alltag steckt.