Beeindruckende Geschichte von Flucht und Integration

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Spätestens seit 2015 findet das Thema fast täglich Eingang in die Nachrichten und prägt sowohl die politischen Debatten als auch den gesellschaftlichen Diskurs. Oftmals stehen dabei die Flüchtlingszahlen, die Frage nach der Unterbringung und die Herausforderungen der Integration im Mittelpunkt. Dass Letzteres sehr gut funktionieren kann, durften die fünf elften Klassen des AKG in dieser Woche erfahren. Denn sie lernten Abdi Salaan Mahamad kennen, der ihnen die Geschichte seiner eigenen Flucht aus Äthiopien erzählte. Um einer willkürlichen Verhaftung zu entkommen, wurde der damals 14-Jährige 2015 in einer Nacht- und Nebelaktion von seinen Eltern auf den ungewissen Weg nach Europa geschickt, wo er glücklicherweise nach vielen Monaten auch ankam. Aber die Flucht war lebensgefährlich, kostspielig und geprägt von zahlreichen Entbehrungen, großer Gewalt und ständiger Angst. Angekommen in Deutschland war er zwar in Sicherheit, aber seine Zukunft war weiterhin ungewiss. Dass es ihm gelang, schulisch und beruflich seinen Weg zu gehen, sodass er heute sich und seiner jungen Familie eine Existenz aufbauen konnte, verdankt er seinem Ehrgeiz, seinem Willen aber nicht zuletzt auch der Unterstützung seiner „Wahlfamilie“ hier in Deutschland, die ihn aufgenommen hat. Schüler und Lehrer des AKG zeigten sich zutiefst beeindruckt von der Lebensgeschichte des jungen Mannes und sind ihm sehr dankbar, dass er diese mit ihnen geteilt hat. Abdis ausdrückliches Ziel, den Jugendlichen zu vermitteln, dass es wichtig ist, Menschen nicht nur als Zahlen in Migrationsstatistiken zu sehen, sondern sich immer bewusst zu machen, dass hinter jedem Namen ein Mensch mit einer Geschichte steht, hat er mit diesem Vortrag erreicht.

Yvonne Wiesinger