Rund 500 Personen sahen von Donnerstag, 12.03.26, bis Samstag, 14.03.26, das Theaterstück „DIE WELLE“ nach dem Roman von Morton Rhue, inszeniert vom Oberstufentheater des AKG.
Eine Klasse, in der sich alle sicher sind, dass sie niemals Anhänger des Nationalsozialismus geworden wären, erlebt durch ein Unterrichtsexperiment ihres Geschichtslehrers (hervorragend gespielt von Robin Seßler, Q12), wie schnell sich faschistisches Gedankengut durch Indoktrinierung und Unterstützer (in der Rolle des Robert facettenreich gezeigt von Miriam Schröder, Q12) verbreiten kann und wie wenige Personen es gibt, die sich dem wie die Chefredakteurin der Schülerzeitung (mit großem Einsatz gespielt von Marit Kipke, Q12) entgegensetzen.
„DIE WELLE – Ein Versuch, der zu weit geht“, so lautet die Überschrift eines Flugblattes, das einige Redakteure schließlich gegen die Bewegung DIE WELLE an der Gordon High School veröffentlichen.
„DIE WELLE – ein Theaterstück, das weiter geht“, so könnte die Leitidee lauten für das Stück, das die Schauspielenden des AKG zur Aufführung gebracht haben.
Die Handlung, die sich auf einen 1967 von dem Lehrer Ron Jones an einer amerikanischen Highschool durchgeführten Unterrichtsversuch bezieht, ist aus dem Roman hinlänglich bekannt. Sie aufzubrechen und sie im Brecht’schen Sinne zu verfremden haben sich die 23 Schauspielenden der 10. bis 13. Klasse des AKG zur Aufgabe gemacht, um das emotionale Eintauchen der Zuschauenden möglichst zu unterbinden und dadurch ihr Reflexionsvermögen zu fördern.
Verfremdungseffekte waren das Einbinden einer filmischen Dokumentation zu dem Experiment, das Handlungssetting im Rahmen eines Kongresses für Sozialexperimente und die Hinweise auf die aktuelle politische Entwicklung, wodurch wiederholte Unterbrechungen der Handlung möglich wurden.
So erhielt das Publikum neben der Geschichte „DIE WELLE“ neben vielen anderen Einblicke in die Auswirkungen von Gruppendruck, die Macht autoritärer Persönlichkeiten, Forschungen zu rechtsextremen Gewalttaten und Politik auf Tiktok.
Seit dem Schuljahr 2020/21 gibt es am AKG die Möglichkeit, sich in der 8. und 9. Jahrgangsstufe für die Teilnahme an der Theaterklasse zu entscheiden. Nun sind die ersten Mitglieder einer Theaterklasse, die seitdem jährlich an Theaterproduktionen beteiligt waren, im Abiturjahrgang. An der Qualität des Schauspiels lässt sich bei Theresa Groß (Kommentar von links), Emma Käppner (Brian), Ronja Lehner (Brad), Jakob Pöllot (Direktor Owens) und Irene Sommella (David) ablesen, wie sehr der Besuch der Theaterklasse die jungen Menschen stärkt und wie intensiv ihre Präsenz, ihr Mut und ihre Selbstwahrnehmung durch das Theaterspielen gefördert werden. Für ihren weiteren Lebensweg wünschen wir ihnen alles Gute!



























