Im Rahmen des Gedenkens an die Reichspogromnacht besuchte die Theaterklasse 9D die Alte Synagoge in Kitzingen und sah das Figurentheaterstück „Der letzte Zug“ des Theaters Kuckucksheim, welches Theatergründer Stefan Kügel als Schauspieler, Sänger, Musiker und Puppenspieler höchst eindrucksvoll auf die Bühne brachte.
Das Stück erzählt die Geschichte der jüdischen Familie Goldberger, die zwischen Hoffnung und Verzweiflung den Weg durch die dunkelsten Jahre deutscher Geschichte geht. Mit jiddischen Liedern, Originalaufzeichnungen und Stimmen fränkischer Zeitzeugen wurde die Vergangenheit berührend und ergreifend lebendig.
Die Aufführung war nicht nur künstlerisch überzeugend, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur und zur Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Antisemitismus. Sie hat uns bewegt, nachdenklich gemacht und zum Austausch angeregt.
Nach der Vorstellung hatten die Jugendlichen Gelegenheit, mit Stefan Kügel ins Gespräch zu kommen. Er berichtete, wie das Stück entstanden ist und warum es ihm ein Herzensanliegen ist, gerade vor jungen Menschen zu spielen. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde seiner Heimat und den überlebenden Jugendlichen wollte er weitertragen, damit sie nicht vergessen werden.
Er betonte, dass die Aufführung nicht nur historische Ereignisse beleuchtet, sondern auch eine Warnung für die Gegenwart ist, da Rechtsextremismus und Antisemitismus wieder zunehmen. Zudem freute er sich, dass die Jugendlichen selbst Theater spielen, was helfen kann, wachsam zu bleiben und Empathie zu fördern. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen – etwa zur Collagetechnik, zur Auswahl der Zeitzeugenberichte und zur Bedeutung der jiddischen Lieder. Viele waren beeindruckt von der intensiven Vorbereitung und der emotionalen Tiefe des Stücks.
Unser Dank gilt dem Theater Kuckucksheim und dem Förderverein der alten Synagoge, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben.





