Märchenhaft, turbulent, komisch – AKG-Theatergruppe überzeugt mit „Der gestiefelte Kater“

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„In diesem Jahr spielen wir ein klassisches Werk!“ – Mit diesem Wunsch startete die Theatergruppe der 10. bis 12. Jahrgangsstufe des Armin-Knab-Gymnasiums gemeinsam mit dem Profilfach in das neue Schuljahr. Die Wahl fiel auf „Der gestiefelte Kater“ von Ludwig Tieck – ein Stück, das auf den ersten Blick wie ein einfaches Märchen wirkt, aber sehr viel mehr zu bieten hat.

Im Zentrum steht zwar der schlaue Kater Hinze (Theresa Groß Q12), der seinem armen Besitzer Gottlieb (Valentina Pedezert Q12) zu Ruhm und Reichtum verhelfen will und sich dafür beim König (Robin Seßler 11A) als Jäger ausgibt und am Hofe bei Prinzessin (Ilea Pfister 11A), Hofnarr (Jakob Pöllot Q12) und Hofgelehrter Leandra (Irene Sommella Q12) einiges Erstaunen hervorruft. Aber das ist nur die eine Ebene dieser ungewöhnlichen Komödie. Tieck spielt mit den Grenzen des Theaters: Eine fiktive Schauspielgruppe (Jarina Dietz 11A, Paula Gold 11A, Alexander Blasel 10D, Mathis Bahns 10D, Tizian Bareiß 10D) versucht, das bekannte Märchen aufzuführen, wird aber immer wieder durch Zwischenrufe eines sich im Stück befindenden kritischen Publikums (Ronja Lehner Q12, Bastian Bareiß 10D, Miriam Schröder 11A, Emma Käppner Q12, Maximilian Zehner 10D und Alena Keßelring 10D) aus dem Konzept gebracht. Rollen vermischen sich, Figuren geraten ins Stolpern, auch der Dichter (Fiona Scheffler 10D) muss sich einmischen und selbst der Vorhang (Sophia Kempf 10D, Hannah Hofmann 10D) gerät in Streit, muss dann aber wieder einspringen um die absurde Verwandlung des Zauberers Popanz (Lenja Krauß 10D) in allerlei Tiere zu stemmen. Und plötzlich weiß niemand mehr so genau, was eigentlich gespielt wird – oder wer überhaupt zuschaut.

Gerade dieses Spiel mit Erwartungen, Rollen und Wirklichkeit und der mutige Bruch mit der „4. Wand“ faszinierte die Theatergruppe. Mehrere Monate lang wurde die Inszenierung erarbeitet – mit liebevoller Kreativität, schauspielerischer Eindrücklichkeit und großer Spielfreude. Dass der Text im Original aus dem Jahr 1797 stammt, machte die Umsetzung nicht gerade einfach. Doch genau das war der Reiz: ein altes Stück mit überraschend modernen, fast schon absurden Momenten auf die Bühne zu bringen und zum Leben zu erwecken.

Am 15. und 16. Mai 2025 war es dann so weit: In der vollbesetzen Turnhalle des AKG begeisterte die Theatergruppe das Publikum mit ihrer humorvollen, schrägen und gleichzeitig durchdachten Inszenierung. Zwischen Märchen und Meta-Theater, Kater und König, Bühne und Zuschauerraum entstand ein Theatererlebnis, das zum Lachen brachte – und gleichzeitig an vielen Stellen auch zum Nachdenken anregte.

Das Publikum dankte den Schauspielenden mit langem Applaus und stehenden Ovationen. Theaterlehrerin Michaela Lindner-Berndt lobte ihre Gruppe für ihre Spielfreude, ihr Engagement und ihre Arbeit an den Rollen und mit welcher Leichtigkeit, aber auch Ernsthaftigkeit und welchem Herzblut sie das Stück auf die Bühne brachten. Stimmen aus dem Publikum erfreuten sich vor allem an der durchdachten, temporeichen Inszenierung mit viel Augenzwinkern und die bis in die kleinsten Rollen durchgeprobte Teamleistung.

Die Schulleiterin Kristina Kurz schloss sich dem Dank begeistert an und betonte, wie die Leistungen aller Beteiligten zu einem unvergleichlichen Theaterabend beigetragen haben, der Lust auf mehr Theater am AKG macht.